Prof. Dr. Sifu Tse - Prinz Ganjuuryn Dschero Khan - HP_Martial Arts Academy Dresden

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Prof. Dr. Sifu Tse - Prinz Ganjuuryn Dschero Khan

Steckbrief

Geboren am 28.08.1928

  • Nationalität: niederländisch und taiwanesisch

  • Begründer des Kempo in Europa

  • Fünffacher 10. Dan

  • Der "Tiger von Taiwan" und der "Unbezwingbare"


Prof. Dr. Sifu Tse - Prinz Ganjuuryn Dschero Khan -
Chen Tao Tse - Gerald Karel Meijers

... wurde offiziell am 28.08.1928 in Ulan Buha im Adelsgeschlecht der Bordschiggin aus dem Stamm der Koko Mangchol in der Mongolei geboren. Wie man sagt, mit Blut an den Händen. Seine Ahnenreihe geht bis auf den legendären Dschingis Khan zurück. Sein Vater war Prinz Ghainur Khan und seine Mutter war Prinzessin Taimu.
Wegen der zu dieser Zeit herrschenden politischen Verhältnisse lies Ghainur Khan den wohl damals vierjährinen Dschero Khan durch Mönche in Sicherheit bringen. Erzogen wurde er von da an von buddhistischen und taoistischen Mönchen.
Als er aus der Mongolei flüchtete, veränderte man seinen Namen in "Chen Tao Tse", um seine Abstammung geheim halten zu können. Diese Flucht endete im früheren niederländischen Teil Indonesiens. Durch Vermittlung der Mönche kam er in ein indonesisches Waisenhaus. Hier wurde er von dem niederländischen Militär Cornelius Meijers adoptiert, der ihm auch seinen heutigen Namen gab. Durch seinen Adoptivvater wuchs er die meiste Zeit in Militärlagern auf, wo er Kontakt mit verschiedenen Kampfsystemen bekam. Mit Martial Arts begann er als Siebenjähriger. Nach eigenen Angaben war der Mönch Lee Tjen Tao sein erster Lehrer.

Bei dem Mönch Tao Tao Tse erlernte er Chikong. Während der japanischen Besatzung Indonesiens ab 1942 wurde er in verschiedene Lager verschleppt. Im Alter von 15 Jahren tötete er hier einen japanischen Bewacher. Danach tauchte er im Kloster Hiap Thian Kiong in Bandung unter. Nach eigenen Angaben bekam er hier zwei Jahre lang Unterricht von Tong Yi Fase, Tie Kang Fase und Yuan Len Fase. Es soll sich dabei um Meditation und die Kampfkunst Chuan-Chu gehandelt haben. Yuan Len Fase gab ihm den Namen "Sifu Tse", was kleiner Lehrer heißt. Seinen Angaben zufolge trainierte er während seiner Jugendzeit die Systeme Chuan-Chu, Po-Chi und Tai-Chi-Chuan. Am 06.05.1947 erhielt er den 1. Dan.

Nach Beendigung der japanischen Besetzung 1945 wollten die Niederlande ihren Anspruch auf ihre Kolonie wieder geltend machen. Infolge dessen kam es zum Indonesischen Unabhängigkeitskrieg. Dschero Khan begann jetzt seine militärische Karriere und er diente im "Andjing Nica Bataljon" der niederländischen Kolonialtruppen (KNIL). Nach der indonesischen Unabhängigkeit 1949 wanderten viele Bewohner in die Niederlande aus und die Truppen wurden abgezogen.

Als er im Jahre 1950 in den Niederlanden einreiste, bekam er im Amtsgericht von Harderwijk den Namen G.K. Meijers, ansonsten hätte er nicht in den Niederlanden bleiben und keine militärische Karriere machen können. Er diente in Korea und Vietnam. Im Korea Krieg erlernte er Tae-Kyon als Militär-Nahkampf (zu dieser Zeit gab es noch kein Tae-Kwon-Do) und nach eigenen Angaben erhielt er den 1. Dan. Vom niederländischen Minister für Verteidigung bekam er einen Paß als Kriegsveteran.

Er wurde Mitglied der V.O.K.S.(Koreakämpfer), N.D.V.N. (Vereinte Nationen) und des Regiments van Heutz, sowie der 2. US Division 38. Infantrie Regiment in Korea und US Vietnam Veterans Special Forces.
1954 soll er Japan besucht haben und in Taiwan wurde Prof. Dr. Sian Teh Huang sein Lehrer. Von 1954 an lehrte er Martial Arts in der niederländischen Armee als Nahkampfausbildung. Ebenso trainierte er amerikanische Soldaten in Havelte/NL. Wie der niederländische Karate Meister John Bluming berichtet, war Dschero Khan 1962 einer seiner ersten "Lehrlinge" im Tung-Jen Dojo.

Dschero Khan trainierte dabei das Kyokushinkai-Karate des M. Oyama. Etwa zur selben Zeit trainierte er Judo und Jiu-Jitsu in der Sportschule Boersma in Amersfoort. 1962 gründete er seine erste private Kampfkunst-Schule. Ab 1962 verbreitete Dschero Khan mit Paatje Faulhaber das chinesisch - indonesische Kun-Tao in den Niederlanden. Während seiner Zusammenarbeit mit Paatje Faulhaber fügte Dschero Khan dem Kun-Tao Techniken aus dem japanischen Karate und anderen Selbstverteidigungssystemen hinzu. Auf Betreiben Paatje Faulhabers sollte zur Unterscheidung für das so entstandene System ein anderer Name verwendet werden. So entstand der Name Shaolin-Kempo. "Shaolin" deutet dabei auf den Entstehungsort hin. Da zu dieser Zeit in Holland die japanischen Kampfsportarten populär waren, wurde jetzt für Kun-Tao der japanische Begriff "Kempo" verwendet.
1963 wurde die "Chinese Kempo Association" gegründet. 1966 trennte er sich von Paatje Faulhabers und gründete den "Eerste Nederlandse Shaolin-Kempo Bond" (ENSKB) (koninklijk goedgekeurd Nr. 66 / Notatriel Ver. Reg.). Dschero Khan trat dann der "International Judo und Jujitsu League (IJJL)" bei. Im gleichen Jahr wurde sein hartes Shaolin-Kempo in die Black Power Bewegung in Pena/Pennsylvenia/USA eingeführt und er brachte das Kempo nach Deutschland. Am Mittwoch den 27.07.1966 um 20 Uhr stellte er in Goch-Pfalzdorf sein Shaolin-Kempo erstmals in Deutschland vor.

1967 wurde der Erste Deutsche Shaolin Kempo Bund e.V. gegründet. Zur selben Zeit entstanden die ersten deutschsprachigen Programme. Nach der Trennung von Paatje Faulhabers besuchte Dschero Khan Hong Kong, Taiwan, Thailand und Japan um dort die Kampfkünste weiter zu studieren. Am 19.06.1966 wurde er in Thailand zum 7. Dan Kempo (Kung-Fu) geprüft. Er studierte im Kloster von Woe Bok Lang.

Im Jahr 1967 wurde er durch Prof. Dr. Sian Teh Huang in der World Chinese Martial Arts Federation zum 10.Dan graduiert.
Im gleichen Jahr trainierte er bei dem wohl legendärsten Karate Großmeister, Gogen Yamaguchi 10.Dan. Dschero Kahn wurde durch Gogen Yamaguchi eine hohe japanische Auszeichnung, die Tscho-Medaille, überreicht. Als besondere Auszeichnung, die nur Mönchen zuteil wird, erhielt er den Segen des Shorinji-Kempo, unter dem Vorsitz von Doshin So. Aus dem Shorinji Kempo übernahm Dschero Khan einen großen Teil der meditativen und philosophischen Aspekte seiner Kampfkunst.
Im Jahre 1970 ging er als buddhistischer Mönch nach Belfast, um dort Frieden zu stiften. Im selben Jahr ging er wieder als buddhistischer Mönch nach Griechenland, um gegen die Foltermethoden des Militärregimes zu protestieren und politische Gefangene freizubekommen, indem er sich vor dem Gefängnis in tiefer Meditation niederließ.


Von 1972 an hat Prof. van Zantwijk von der "International Judo und Jujitsu League - World Taijutsu Organization" (IJJL-WTO) sein Shaolin-Kempo weiter in Europa verbreitet. Prof. van Zantwijk war einer seiner ersten Studenten. 1972 wurde erstmals ein internationales Trainingscamp für chinesische Selbstverteidigung mit Dschero Khan in Liezen/Österreich ausgerichtet.

Um 1973 wurde die "Chinese Kung-Fu Association" (CKA) gegründet. Um 1974 wurde der "World F.F.U. Shaolin-Kempo Bond" gegründet. Europa Präsident wurde Erich Etzel. Anfang der siebziger Jahre begann Dschero Khan darüber nachzudenken, ursprüngliche Shaolin-Klostersysteme im Westen zu unterrichten. Dschero Khan hatte in Asien Kontakt mit dem Shaolin-Orden.
Durch seine außergewöhnlichen Kenntnisse und Fähigkeiten wurde er nicht nur ein Mitglied dieser Gemeinschaft, sondern ein führender Hauptmönch, der im Auftrag des Shaolin-Ordens diese Lehren erstmals im Westen bekannt machte. 1974 stellte Prinz Dschero Khan das "Chan Shaolim Si", auch Nord Shaolim Klostersystem genannt, als Erweiterung seines Systems vor und trainierte selber in Nordrhein-Westfalen.

Von August 1974 an trainierte die sogenannte 1. Shaolin-Gruppe in Duisburg, ab Januar 1975 dann beim Polizeisportverein Mönchengladbach. Diese Gruppe wurde organisatorisch von seinem damaligen 1. Assistenten Willy Horstmann, Rüdiger Lenzen und Klaus Poestges geleitet. Mehrfache Ausstrahlungen im Deutschen Fernsehen und Presseberichte (Spiegel, Bild, Welt, dpa und sad) machten die 1. Shaolin-Gruppe in Europa bekannt. Im gleichen Jahr gründete er die "Chan Shaolim Si Universität".

Im März 1975 wurde Willy Horstmann durch Dschero Khan als "Samanera" (Mönchsanwärter) des Theravadaordens in das Thai Buddhistische Buddharama Kloster in Waalwijk/NL eingeführt. Sein Buddhistischer Name lautet Anando. Dies war eine Vorbedingung von Dschero Khan um die tieferen Lehren des "Chan Shaolim Si" studieren zu können. Im Sommer 1977 fand auf dem Truppenübungsplatz bei Hoenderloo/NL die sogenannte "Mönchsprüfung" für die 1. Shaolin-Gruppe statt. Die Teilnehmer mussten sich fünf Tage lang ohne Essen und Trinken härtesten Meditationen und Übungen unterziehen, unter anderem Kommandoübungen auf der militärischen Geländebahn. Die Teilnehmer hatten alle ein vierjähriges Training in der 1. Shaolin-Gruppe absolviert, alle hielten dieses Training ohne Nahrungsaufnahme, sieben der Teilnehmer ohne Trinken durch.
Auf Einladung der Regierung Nationalchinas reiste die 1. Gruppe 1978 nach Asien. Vor den vollzählig angetretenen Polizeiausbildungskräften der Polizeiakademie Taipeh fanden Vorführungen statt, diese wurden im Fernsehen übertragen. Im Anschluß ging es nach Japan, wo sie vor Gogen Yamaguchi eine Vorführung geben durften.

1976 folgte die 2. Shaolin-Gruppe unter der Leitung von Klaus Poestges. Die 3. Shaolin-Gruppe trainierte unter Prinz Dschero Khan in Solingen. 1979 begann Dschero Khan mit seinem Assistenten Klaus Poestges ein Hochleistungstraining für Bundesgrenzschutzbeamte der 2. GSA Bonn zu leiten. Diese Einheit war in Bonn zuständig für die Sicherheit von führenden Politikern. Dieses Hochleistungstraining wurde auch von Migliedern der GSG 9 besucht. Bei der Bundesgartenschau 1979 in Bonn war eine Vorführung mit Maschinenpistolen als Verteidigungs- und nicht als Schusswaffe der Höhepunkt und der Spiegel veröffentlichte ein Foto davon. Aus diesem Training entstand die Nahkampfgruppe Black Eagles.

Im Jahre 1979 protestierte er gegen die Tierquälerei im spanischen Stierkampf, indem er einen 600 Kg schweren Stier mit nur einem Schlag seiner bloßen Hand auf die Stirn tötete. Bei seinen Besuchen in Taiwan bekam er den 1. Fernsehpreis als "Sportsmann des Jahres" vom Chinese Television CTS 11:30. Außerdem wurde er zum weltbesten chinesischen Martial-Arts Kämpfer in der alten chinesischen Kampfkunsttradition benannt. Das chinesische Volk gab ihm die Namen "Tiger von Taiwan" und der "Unbezwingbare". Im Jahre 1986 ehrte das chinesische Volk ihn mit einem steinernen Denkmal, das in Horst/NL aufgestellt wurde.

Im Jahre 1991 besuchte er die Mongolei. Seine Abstammung vom legendären Dschingis Khan wurde von der mongolischen Regierung bestätigt und anerkannt. Er darf sich seit dem "Berater der Regierung" nennen. Im Hsi Lin Tempel studierte er die chinesischen Klassiker und die traditionelle chinesische Medizin. Er studierte nicht nur östliche Philosophien, wie Taoismus, Chan-Buddhismus, Konfuzianismus, Lamaismus, jap. Zen-Buddhismus, Hinduismus und Islam, sondern auch Theologie im Don-Bosco-Internat in Uechelen/Niederlande. Man schätzt, dass er über 200 Meister- und Lehrergrade erlangt hat, u.a. im Jiu-Jitsu, Tae-Kwon-Do, Muay-Thai, Hap-Ki-Do, Tang-So-Do, Pentjak-Silat, Shorinji-Kempo, Karate und vieles mehr. Selber gründete er eigene Stilrichtungen wie z. B. das Kong-Soo-Tao, Shaolin-Kempo, Chan-Shaolim-Si und Dju-Su. Heute findet man die von Prinz Dschero Khan gelehrten Systeme vielerorts auf der Welt. Seine Systeme laufen seit Anfang an nebeneinander und es gibt viele Verzweigungen. Die Systeme können übereinstimmen oder voneinander abweichen, Prinz Dschero Khan hat sich hier nie festgelegt.

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